Veröffentlichung in Märkische Allgemeine Zeitung vom 27./28. Oktober
2007
Mut und Kreativität gelobt
Diesjähriger Ausbildungspreis Teltow-Fläming im Biotechnologiepark
in Luckenwalde übergeben
EKKEHARD FREYTAG
LUCKENWALDE
Die Träger des Ausbildungspreises Teltow-Fläming 2007 sind ermittelt.
Den ersten Preis – und damit auch den erstmals vergebenen Pokal aus Acrylglas – erhielt
am Donnerstagabend beim Wirtschaftstag des Landkreises Teltow-Fläming
nach dem Willen der Jury Klaus-Peter Gust, Chef von Sik-Holz in Langenlipsdorf.
Für die Lobreden auf die Preisträger waren wieder die Sponsoren des Abends, also die VR-Bank Fläming eG und die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam (MBS) zuständig. Norbert Schmitz, Vorstandssprecher der VR-Bank Fläming, und Andreas Schulz, stellvertretendes Vorstandsmitglied bei der MBS wiesen bezüglich Sik-Holz unter anderem darauf hin, dass das Unternehmen im Jahr 1988 mit zwei Mitarbeitern gestartet sei – und heute 162 Mitarbeiter zähle. Hervorgehoben wurde zudem, dass die Lehrlinge bei Sik-Holz alle Bereiche des Hauses durchlaufen und schon früh anfangen, Verantwortung zu tragen. Auch die weiteren Preisträger wurden für ihr Engagement um den wirtschaftlichen Nachwuchs geehrt. So der Zweitplatzierte, die Reuter GmbH, die Präzisionsteile anfertigt, und der Drittplatzierte, die Reichel Elektroinstallation und Metallbau GmbH.
Eingangs hatte einer der Initiatoren der Veranstaltung, Randolf Kluge, Leiter des Regional-Centers Teltow-Fläming der IHK Potsdam, auf die Bedeutung des Themas Ausbildung hingewiesen. Er konnte auch verkünden, dass es im Kammerbezirk im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von zwölf Prozent an betrieblichen Ausbildungsplätzen gebe.
Der andere Initiator, Erich-Detlef Claasen, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, bezog sich in seiner Ansprache auf den Veranstaltungsort, den Biopark in Luckenwalde. Dieser sei jüngst beschrieben worden mit den Worten: „Hier wird Zukunft gestaltet.“ Gleiches gelte für die Ausbildung, betonte Claasen. Er verwies darauf, dass es derzeit 800 Lehrlinge im Kreisgebiet gebe. Er merkte allerdings kritisch an, dass die „Ausbildungseignung der Bewerber“ nachlasse.
Darauf reagierte der brandenburgische Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD). In seinem Grußwort räumte er ein: „Wir sind nicht gut genug.“ Dies habe sich aus den Pisa-Studien ergeben – „und Sie sagen es uns auch“. Namentlich beim mittleren Schulabschluss sieht er Nachholbedarf. Ziel müsse es sein, eine Schule zu bieten, die eine „optimale Berufsorientierung“ betreibt. In diesem Zusammenhang bekannte er, dass es „ein schwerwiegender Fehler“ gewesen sei, dass sich die Schule zu weit von der Wirtschaft entfernt habe. Den Ausbildungspreis Teltow-Fläming lobte er als Auszeichnung, von der Impulse ausgehen. Die deutliche Botschaft an alle Unternehmen laute: „Ausbildung lohnt sich.“
„Ausbildung bedeutet letzten Endes nichts anderes, als die Jugend bei der Gestaltung des wirtschaftlichen Lebens mitzunehmen, nicht links liegen zu lassen“, sagte Landrat Peer Giesecke (SPD). Er forderte, dass man sich zudem verstärkt um die Jugendlichen kümmern müsse, „die drohen an diesem Prozess keine Teilhabe zu haben“. Der Preis soll „Motivation sein, auch in Sachen Ausbildung innovativ zu sein“, so Giesecke. Der Landrat lobte den Mut und die Kreativität der insgesamt 25 teilnehmenden Betriebe, die sich um die Ausbildung im Kreis verdient machen. Und denen, die leer ausgingen, gab Giesecke noch mit auf den Weg: „Wenn Sie jetzt nicht dabei sind, ist das nicht so schlimm – dies ist bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir den Ausbildungspreis vergeben.“
Im Anschluss an die Preisübergabe stand dann der gemütliche Teil des Abends an. Es bestand aber auch weiter die Chance zur Information; einige der teilnehmenden Unternehmen präsentierten sich im Foyer des Communication-Centers.
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